22 April 2026 · Retirement Planning
Wann Sie in Rente gehen können, hängt von mehr ab als Ihrem Geburtstag. Hier sind die entscheidenden Faktoren — Rentenalter, Abschläge, Betriebsrente und was Ihr eigenes Vermögen beitragen muss.
Gesetzliche Rente ab 63, volle Rente ab 67, Rente als Frührentner mit 55 — die Aussagen, die Sie hören, widersprechen sich. Hier ist, was wirklich gilt.
Wann Sie aufhören können zu arbeiten, hängt von drei Dingen ab: dem gesetzlichen Rentenalter, wie viel Ihnen die gesetzliche Rente zahlt, und wie viel eigenes Vermögen Sie brauchen, um die Lücke zu schließen. Dieser Artikel erklärt alle drei.
Das reguläre Rentenalter in Deutschland steigt schrittweise auf 67 Jahre. Wer 1964 oder später geboren wurde, geht mit 67 in Rente. Für frühere Jahrgänge gilt eine Übergangsregelung.
Die „Rente mit 63" gibt es nur für Versicherte mit 45 Beitragsjahren (Pflichtbeitragszeiten, Kindererziehungszeiten etc.). Bei langen Erwerbsbiografien ist das möglich — aber es gibt Abzüge, wenn Sie deutlich vor 65 gehen.
Wer profitiert davon? Wer früh angefangen hat zu arbeiten (Ausbildungsbeginn mit 15–17 Jahren) und keine langen Lücken hatte. Für Akademiker mit Studienbeginn mit 20 ist 45 Beitragsjahre bis 63 kaum erreichbar.
Sie können die Altersrente für langjährig Versicherte (35 Beitragsjahre) ab 63 beantragen — aber für jeden Monat vor Regelaltersgrenze werden 0,3 % der Rente dauerhaft abgezogen. Das macht bei 4 Jahren Frührentenbeginn 14,4 % weniger Rente — für immer.
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Run your numbers in RetireGauge →Das ist die unbequeme Wahrheit, die viele verdrängen: Die gesetzliche Rente allein reicht für die meisten nicht aus, um den Lebensstandard zu halten.
Typische Rentenbeträge (2024, West):
| Bruttoeinkommen/Jahr | Beitragsjahre | Geschätzte Monatsrente |
|---|---|---|
| 40.000 € | 40 Jahre | ca. 1.400 € brutto |
| 60.000 € | 40 Jahre | ca. 1.700 € brutto |
| 80.000 € | 40 Jahre | ca. 2.000 € brutto |
| 80.000 € | 45 Jahre | ca. 2.300 € brutto |
Von diesen Beträgen gehen noch Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Einkommensteuer ab. Die Nettorente liegt deutlich darunter.
Der Bruttoersatz — also wie viel Prozent des letzten Einkommens die Rente ausmacht — liegt für die meisten Deutschen zwischen 40 und 55 %. Das ist eine Versorgungslücke von 45–60 %.
Das deutsche Rentensystem ist als Drei-Schichten-Modell aufgebaut:
Schicht 1: Gesetzliche Rentenversicherung Pflichtbeiträge für Arbeitnehmer. Beitragssatz 2024: 18,6 % (je 9,3 % Arbeitnehmer und Arbeitgeber). Deckelt die Leistung, weil Beiträge nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze (90.600 € in 2024) zählen.
Schicht 2: Betriebliche Altersvorsorge (bAV) Entgeltumwandlung, Direktversicherung, Pensionsfonds. Arbeitgeber muss seit 2019 bei Neuverträgen 15 % Zuschuss zahlen. Steuerlich attraktiv — Einzahlungen bis 4 % der Beitragsbemessungsgrenze sind sozialabgabenfrei.
Schicht 3: Private Altersvorsorge ETF-Depot, Immobilien, Riester, Rürup. Für die meisten Menschen, die früh in Rente wollen, ist das die entscheidende Schicht.
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Run your numbers in RetireGauge →Das hängt von Ihrer Versorgungslücke ab — der Differenz zwischen gewünschtem Lebensstandard und gesetzlicher Rente.
Beispielrechnung:
Dazu kommt eventuelle Betriebsrente und Immobilienvermögen. Haben Sie ein schuldenfreies Haus, reduziert das die monatlichen Ausgaben und damit die Lücke.
Frühpensionierung mit 55 ist in Deutschland rechtlich möglich — aber Sie bekommen erst mit 63–67 Geld aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Das heißt: Ihr eigenes Vermögen muss mindestens 8–12 Jahre lang alleine tragen — und danach noch die Rentenlücke schließen.
Ein typisches Paar, das mit 55 aufhören will:
Das ist ehrgeizig — aber für Haushalte mit hohen Einkommen und konsequenter Spardisziplin erreichbar.
Reguläre Altersrente gibt es frühestens ab 63 — und nur mit mindestens 35 Beitragsjahren, dann mit Abschlägen. Wer vorher aufhört zu arbeiten, lebt von eigenem Vermögen, Betriebsrente oder anderen Quellen bis die gesetzliche Rente einsetzt.
Für jeden Monat vor der Regelaltersgrenze (67), den Sie früher in Rente gehen, werden 0,3 % dauerhaft von Ihrer monatlichen Rente abgezogen. 4 Jahre früher = 14,4 % weniger Rente — ein Leben lang.
Riester ist für bestimmte Gruppen attraktiv (Geringverdiener mit Kindern, wegen staatlicher Zulagen), für Gutverdiener aber oft ineffizient. Viele Finanzexperten empfehlen heute ETF-Sparpläne über ein Wertpapierdepot als flexiblere Alternative.
Die Deutsche Rentenversicherung schickt ab 27 Jahren jährlich eine Renteninformation. Online können Sie unter der Deutschen Rentenversicherung eine Rentenauskunft beantragen, die Ihnen Ihren aktuellen Stand und eine Hochrechnung zeigt.
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