22 June 2026 · Retirement Planning
Die ehrliche Antwort auf die Frage aller Fragen: Wie viel Altersvorsorge ist genug? Kein Prozentsatz, kein pauschales Ziel — sondern eine Rechnung, die zu Ihrem Leben passt.
Die häufigste Antwort auf „Wie viel brauche ich für die Rente?" ist: 80 % Ihres letzten Einkommens. Das ist eine Lüge, die sich gut verkauft.
Die Realität ist: Es kommt drauf an. Auf Ihren Lebensstil. Auf Ihren Wohnort. Auf Ihre Gesundheit. Auf Ihr Haus. Auf Ihre Hobbys. Auf Ihre Familie. Eine Zahl passt für niemanden — aber mit der richtigen Methode finden Sie Ihre Zahl.
„80 % des Nettoeinkommens" ist ein statistischer Durchschnitt, der für niemanden stimmt. Einige Beispiele, warum:
Paar A hat das Haus abgezahlt, reist wenig, hat bescheidene Hobbys. Braucht deutlich unter 80 %.
Paar B will ausgedehnte Reisen, Freizeitwohnsitz, Kulturveranstaltungen — die frühe Rentenphase ist teurer als die Berufsjahre. Braucht möglicherweise 100–110 %.
Person C ist alleinstehend, wohnt in einer teuren Stadt, hat keine Kinder — jede Fürsorgeaufgabe wird teuer eingekauft. Braucht einen anderen Betrag als Paar D.
Die einzige Methode, die funktioniert: Bauen Sie ein konkretes Budget für das Leben, das Sie im Alter führen wollen.
Want to know your exact retirement number?
Run your numbers in RetireGauge →Denken Sie in Lebensphasen. Die erste Rentenphase (65–75) sieht anders aus als die zweite (75–85) und dritte (85+).
Phase 1: Aktive Rentenphase (65–75)
Das sind oft die teuersten Jahre: Reisen, Hobbys, mehr Restaurantbesuche, Geschenke für Enkel, möglicherweise Sanierung oder Renovierung. Unterschätzen Sie diese Phase nicht.
Typische Ausgabenposten:
| Kategorie | Kleines Budget | Mittleres Budget | Großes Budget |
|---|---|---|---|
| Wohnen (Miete/NK oder HK-Rücklagen) | 800 € | 1.100 € | 1.600 € |
| Lebensmittel & Haushalt | 500 € | 700 € | 1.000 € |
| Mobilität (Auto, ÖPNV) | 200 € | 350 € | 600 € |
| Reisen & Freizeit | 300 € | 700 € | 1.500 € |
| Gesundheit (Zuzahlungen, Optik, Zahn) | 150 € | 250 € | 400 € |
| Versicherungen & Abos | 100 € | 150 € | 250 € |
| Gesamt/Monat | ~2.050 € | ~3.250 € | ~5.350 € |
Phase 2 (75–85): Reisehäufigkeit sinkt oft, aber Gesundheitsausgaben steigen. Im Schnitt ähnliches Niveau wie Phase 1 oder leicht darunter.
Phase 3 (85+): Pflegekosten können erheblich werden. Heimplätze in Deutschland kosten 2024 zwischen 2.500 und 5.000 €/Monat Eigenanteil (nach Pflegeleistungen).
Haben Sie ein monatliches Zielbudget, berechnen Sie, wie viel davon die staatlichen Quellen abdecken.
Einnahmen im Alter:
Die Lücke = Zielbudget − staatliche und halbstaatliche Einnahmen
Diese Lücke muss Ihr eigenes Vermögen schließen.
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Run your numbers in RetireGauge →Die Lücke × 25 ergibt Ihr Zielvermögen (basierend auf der 4-%-Entnahmeregel). Für sicherheitsorientierte Planung × 28–29 (entspricht 3,5 % Entnahmerate).
Beispiel:
Das ist Ihr persönliches Rentenziel — nicht irgendeine pauschale Million, sondern die Summe, die Ihren spezifischen Bedarf abdeckt.
2.500 € heute kaufen in 20 Jahren bei 2 % Inflation nur noch ca. 1.680 € wert. Planen Sie in realen (heutigen) Kaufkraftwerten — nicht in nominalen Zahlen.
Statistisch wird jeder vierte Deutsche mindestens einen Monat in der Pflege verbringen, ein erheblicher Anteil deutlich länger. Pflegeleistungen der Pflegeversicherung decken nicht alle Kosten — der Eigenanteil ist erheblich. Haben Sie ein Szenario für diesen Fall?
Viele rechnen mit dem Immobilienwert als Teil der Rentenvorsorge. Aber ein bewohntes Eigenheim zahlt keine Rente. Es spart Mietkosten — das ist wertvoll, aber anders zu kalkulieren als ein Depot.
Optionen zur Monetarisierung: Verkauf und Umzug in kleinere Wohnung (Reinerlös fließt ins Depot), Leibrente (Verkauf gegen Wohnrecht und Leibrente), Vererbung. Keine Option ist automatisch richtig — aber sie alle erfordern Planung.
Wenn Sie wissen, wie viel Sie bis Rentenbeginn ansparen müssen und wie viele Jahre Sie noch haben, lässt sich ein monatlicher Sparbetrag rückrechnen.
Grobe Richtlinie:
Das reicht für viele nicht — aber der Zinseszinseffekt ist enorm. Frühzeitig anfangen schlägt höhere Sparraten später fast immer.
Für die meisten Menschen nicht, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Das Standardrentenniveau liegt bei ca. 48–50 % des Durchschnittslohns — wer mehr als den Durchschnitt verdient hat oder teurer lebt, hat eine größere Versorgungslücke.
Es gibt kein „zu viel" in der Altersvorsorge — aber es gibt ein „zu wenig Liquidität heute". Zu rigides Sparen auf Kosten des gegenwärtigen Lebens ist auch ein Fehler. Die meisten Finanzplaner empfehlen 15–20 % des Bruttoeinkommens für die Altersvorsorge als Richtwert — mehr, wenn Sie früh in Rente wollen.
Später starten bedeutet mehr monatlich sparen müssen — oder den Rentenstart nach hinten schieben. Es bedeutet nicht, dass nichts mehr zu tun ist. Selbst mit 50 zu starten und 10–15 Jahre konsequent zu sparen, kann erhebliche Summen aufbauen. Wichtig: keine Aufholpaniksparstrategien mit zu viel Risiko.
Für einfache Situationen reicht ein guter Online-Rechner und Basiswissen. Komplexe Situationen — Selbstständigkeit, Scheidung, Erbschaft, Auslandsaufenthalte, PKV vs. GKV-Wechsel — sind sinnvollerweise mit einem unabhängigen Honorarberater zu besprechen.
Answer a few questions about the life you want — RetireGauge gives you a single readiness score and the exact income or age that funds it.
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